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An welche Person denkt ein langjähriger CB-Funker, wenn er über Aachen spricht?
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Na? --- Richtig! An den langjährigen Vorsitzenden
des 1. CB-Verein Aachen 1985 e.V., den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden
der ARGE NRW, und den Präsidenten des DCBD (Sept. 1990 bis Mai 1993):
Dieter Contzen.
Ob man ihn jedoch einen "großen" Europäer bezeichnen kann?
- Naja, mehr als zweifelhaft. Er ist nicht größer als jeder andere
seines ehrwürdigen Alters.
Leider nur in einer kleinen Abordnung des CB-PR-MK fuhren wir am 24. Mai 2003 auf die Autobahn in Richtung Aachen um dort einen schönen (es war in Wirklichkeit ein regnerischer) Tag zu verbringen.
Wir holten Dieter ab und dann ging es los. Schon während
der Fahrt nach Aachen erzählte er uns, das die Gegend um Aachen schon sehr
früh besiedelt war.
Die ersten Siedlungsspuren und Handelswege sind auf die Steinzeit datiert worden.
Somit sei die Universitätsstadt Aachen eine der ältesten Ansiedlungen
auf deutschem Boden.
Das heutige Aachen selbst liegt in einem Talkessel. Egal, aus welcher Himmelsrichtung
man kommt: Erst kurz vor der Stadtgrenze kann man Aachen mit seinem (fast) alles
überragenden Dom sehen.
Um zurück zur Geschichte Aachens zu kommen:
Auch aus der Bronzezeit gibt es, im Aachener Stadtwald, etwas zu sehen: Hügel-
oder Hünengräber wie sie auch, z.B., bei Albersdorf/ Dithmarschen
in Schleswig-Holstein zu finden sind.
Auch die Zeit der Kelten, Römer und Franken sind, durch viele archäologische
Funde, belegt.
Zusammen mit der wirklich ersten schriftlichen Nennung Aachens taucht der Frankenkönig
Pippin "der Kurze" auf.
Das kann man auf das Jahr 765 festlegen.
Der "große Europäer", der in der Überschrift
nun wirklich gemeint ist, war ein Sohn Pippins: Karl, der im Jahre 747 geboren
wurde.
König Pippin starb am 24.09.768. Sein Königreich wurde unter seinen
beiden Söhnen Karl und Karlmann aufgeteilt.
768 nach Christi wurde Karl zum König gekrönt und nannte sich fortan
"Karl der Grosse".
Zwischen den Söhnen gab es große Differenzen und immerwährende
Streitigkeiten.
Karl der Grosse führte eine Reihe von Kriegen und Feldzügen gegen
die "Heiden". So, z.B. auch gegen den Sachsenkönig Widukind,
der in der Stadt Enger
begraben sein soll.
Das war um das Jahr 800: Europa war ein vielgespaltenes Land. Die Germanenstämme
schlugen sich gegenseitig die Schädel ein. So vereinigte Karl, einerseits
mit diplomatischem Geschick, aber, andererseits auch mit Gewalt die Germanenstämme.
Am 28.01.814 verstirbt Karl in Aachen.
Ihm zu Ehren, als erster "Einiger" Europas, wurde Weihnachten 1949
der sog. "Karlspreis" gestiftet. Dr. Kurt Pfeiffer, der Initiator,
wollte, mit diesem Preis jene Männer und Frauen ehren, welche sich in besonderer
Weise um die Einheit Europas bemühen. Der Karlspreis ist einerseits ein
Rückblick der heutigen Europäer auf ihre gemeinsamen politischen Wurzeln
des Frühmittelalters und andererseits eine Vorrausschau in die künftige
politische und wirtschaftliche Einheit Europas.
In Aachen angekommen, war der erste Gang über den Münsterplatz in den Dom:

Ein Blick in den Altarraum.
Im Vordergund der Altar, dahinter der Karlsschrein, der die Gebeine Karls des
Großen enthalten soll.
Anschließend führte uns unser Weg in die Domschatzkammer.
Allein diese Besichtigung war die Fahrt nach Aachen schon wert:
- Der Mamorsakophag Karls des Großen - die Arbeit eines römischen
Steinmetzes des zweiten Jahrhunderts - mit detailgetreuen Figuren.
- Jagdmesser und -horn, welche ebenfalls Karls Besitz zugeschrieben werden.
- Die berühmten Reliquiare Karls den Großen: Das Armreliqiuar, das
Karlsreliquiar, die Karlsbüste, welche die Schädeldecke von Karl enthalten
soll.
Meisterwerke der frühmittelalterlichen Goldschmiedekunst.
Der anschließende Stadtrundgang führte uns am Rathaus, dem Schauplatz der Verleihung des Karlspreises, vorbei:

Dieter und Rebecca vertieft im Gespräch über die Figuren am Rathaus.
Durch die Altstadt ging der Weg weiter, wobei Dieter einige der Fassaden der Häuser erklärte:

Dieter erklärt den Puppenbrunnen und die mittelalterliche
Fassade des dahinterstehenden Blausteinbaus.
Das eigentliche Haus zu dieser Fassade musste einem Strasenausbau weichen. Die
Fassade konnte jedoch gerettet werden und
"verschönert" einen neuzeitlichen Geschäftsbau.

Beim leckeren Mittagessen wurde, u.a., über die politischen
Strukturen der CB-Funk-Vertretungen
heiß diskutiert.
Nach dem Mittagsessen hatte Dieter einen besonderen Vorschlag:
Innerhalb weniger Augenblicke könnten wir drei europäische Länder
betreten:
Das "Dreiländereck":

Rebecca und Michelle stehen auf Niederländischer Seite.
Hans-Werner und Michaela auf der deutschen, und Veith mit Watz auf "Neutral
Moresnet",
einem ehemaligen "Niemandsland", welches jetzt zu Belgien gehört

Vor den Fahnen des "Dreiländerecks":
Dieter und Michaela, Veith mit Watz und Rebecca mit Michelle.
Nach dem Besuch des Dreiländerecks tranken wir noch gemeinsam
Kaffee, anschließend traten wir die Rückfahrt an, wobei wir Dieter
wieder zuhause absetzen.
Für diesen schönen, (verregneten) und interessanten Tag sagen wir,
auf diesem Wege nochmals...
55/73, DQB656